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Antrag

Antrag auf Heiligenschein Sehr geehrte Damen und Herren, hiermit stelle ich für meine geliebte Partnerin einen Antrag auf einen Heiligenschein. Ich weiß nicht genau welche Nachweise sie brauchen, deshalb bitte ich sie mich zu benachrichtigen falls Unterlagen fehlen sollten. Sie fragen sich jetzt sicherlich wie ich auf diese Idee gekommen bin und ich möchte es ihnen auch nicht vorenthalten. Ich verfolge mit Interesse und zugeben amüsierten Ambitionen die Geschichte ihrer irdischen Vertreter. Dabei werfen sich mir ziemlich viele Fragen auf, die ich allerdings, als ich versuchte sie mit unserem örtlich ansässigen Gottesvertreter zu erörtern, nicht beantwortet bekommen habe. Ich glaube er murmelte als ich die Kirche verlassen musste etwas von Amtsanmaßung und Ketzerei. In der Hoffnung dass sie wirklich überall ein offenes Ohr haben und das grade in den eigens für sie errichteten Gebäuden, werde ich sie nicht wiederholen. Zugegeben ich hätte vielleicht auch angesichts der Jugendverträglichkeit darauf verzichtet, aber ich denke da sind sie von ihren Anhängern einiges mehr gewohnt. Um dieses nicht in reine Philosophie ausarten zu lassen, womit sie denke ich eh schon geplagt genug sind, möchte ich nun weiter machen. Also mein erwähntes Interesse an der Geschichte ihrer Vertreter veranlasste mich dazu mich zu fragen, was denn nun Vorrausetzung ist um heiliggesprochen zu werden? Ich konnte mir nach eigehenden Recherchen in der Biografie ihres Sohnes nicht vorstellen, dass Völker ausrauben und Menschen verbrennen wirklich Tugenden seien sollen, wenn ich mich da täuschen sollte betrachten sie diesen bitte als nichtig, da ich meine Freundin trotzdem nicht guten Gewissens dazu ermutigen kann. Betrunken Auto fahren werden wir schon hinbekommen, solange es mir erlaubt ist daneben zu sitzen und Verletzungen zu vermeiden, aber ich weiß nicht ob dieses in der zweitrangigen Sekte verbreitetes Ritual für sie erforderlich erscheint. Nun zu den Referenzpunkten die meiner Meinung nach für die Heiligsprechung meiner Partnerin sprechen. Sie ist ein ganz liebes Mädchen und hat auch noch nie sonderliches Interesse an halbwügsigen gezeigt, was sie denke ich der erforderlichen Qualifikation um einiges näher bringt als eine Vielzahl der hier angesiedelten Geistlichen. Es wirft auch die Frage auf wie so etwas im katholischen Glauben gerechtfertigt werden kann. Den Bibeltext „wenn ihr nicht werdet wie die Kinder, werdet ihr nicht einkehren in das Himmelreich“ hätte ich persönlich jetzt anders interpretiert, allerdings bin ich ja in diesem Gebiet auch nicht ausgebildet. Auch in der Verbrennung von Mitmenschen aufgrund ihrer Haarfarbe hat sie sich bis jetzt zurück gehalten. Ich weiß zwar nicht ob es an mangelndem Interesse oder an mangelnden Anhängern liegt, aber ich konnte auch noch keine Pläne zum Starten eines Kreuzzuges ausfindig machen. Dieses bringt mich zu einer weiteren Frage, die sich vielleicht schon viele gestellt haben und die ihnen auch nicht ganz unbekannt sein dürfte. Ist der Mensch von Natur aus gut? Wie funktioniert es, dass tausenden Menschen sich zusammen tun, andere als schlechter betrachten und anfangen ihnen etwas auf zu zwingen, obwohl diese bisher auch ziemlich erfolgreich ohne klargekommen sind? Ich meine, wenn ich jemanden zum Essen einlade und Hühnchen mache und mir diese Person nun erzählt, dass sie mit Hühnchen aber nichts anfangen kann, dann habe ich natürlich die Möglichkeit diese Person dazu zu ermutigen es mal zu probieren. Kommt dann ein „nein“ fange ich ja auch nicht an ihr das Hühnchen unter Gewalt in den Magen zu stopfen. Natürlich kommt einem dieser Gedanke bei manch einer trotzigen Person, aber jeder zivilisierte Mensch wird mir zustimmen, dass es bei diesem Gedanken bleiben wird. Also ist ja die Frage, ob man es durch die schlichte Masse der Fürsprecher rechtfertigen kann? Allerdings werde ich von oben erwähnter Methode auch absehen, wenn noch fünf weitere Menschen dabei sitzen, die auch Hühnchen mögen. So wird mir sicherlich jeder zustimmen, dass es nicht sinnvoll ist anderen glücklichen Menschen etwas auf zu zwingen was sie nicht brauchen und wollen. Ich möchte auch soweit gehen und sagen, dass man das Töten von tausenden von Menschen auch gut und gerne als Völkermord bezeichnen kann. Da wir ja in unserer Geschichte recht viele etablierte Beispiele von Völkermord finden, wundere ich mich, dass im Fall unserer göttlichen Vertreter nicht die übliche Reaktion folgte. Ich kenne keinen Diktator, der nach so einer Tat als Weltreligion gefeiert wurde und dessen Wahrzeichen nicht verboten wurde. Entschuldigung für die Abweichung, aber wenn man schon mal die Möglichkeit hat so einen Brief zu verfassen sollte man sich nicht kurz fassen. Ich sollte mich doch als Anhänger einer solchen Organisation fragen ob ich unbedingt einer Bande raubender, mordender und Kinder… (sie wissen schon) selbsternannter Heiliger angehören möchte? Ich wette wenn sie ihr pädophiler Nachbar ansprechen würde bei ihm mitzumachen würden sie ihm auch keine Steuern zahlen. Ich möchte nicht bezweifeln, dass es genug Organisationen gibt die einem noch wesentlich mehr Geld aus der Tasche ziehen, aber die bemühen sich ja wenigstens um Seriosität. Es hat meiner Meinung nach einen gewissen Sinn, dass Verbrecher nicht nach sechs Vater-Unser wieder freigelassen werden, weil sie ja jetzt dank dem Glauben bessere Menschen seien. Ich kann mir einfach nicht vorstellen, dass es möglich sein kann, das ein alter Mann der auf einem Balkon steht und einmal im Jahr winkt ohne runter zu fallen, der Vertreter einer übergeordneten Macht sein soll. Ich wende mich deshalb auch an sie und bitte sie um ein wenig mehr Gerechtigkeit. Lassen sie doch zum Beispiel mal ein 12 jähriges Mädchen als ihre Vertretung zu, ich wette da würde der Vatikan in ein paar Wochen ganz anders aussehen. Aber wahrscheinlich würde das wieder mit der lüsternen Knechtschaft namens Kardinäle nicht gut gehen. Ich möchte ja nicht ihnen alleine die Schuld an diesem Dilemma geben, aber ein bisschen mehr Begeisterung für ihre Schöpfung wäre angemessen. Ich weiß man bohrt nicht in offenen Wunden, aber immerhin hat ihr Sohn sehr auf opferungsvoll gezeigt, dass es sicherlich auch anders geht.

16.2.11 20:47

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