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Hänsel und Gretel

Eine Geschichte über die Erziehung der Kinder, die Wünsche der Eltern und ein nummerisches Bewertungssystem für den Charakter der jungen Generation. Eine analythische Darstellung des Märchens "Hänsel und Gretel", projiziert auf eine moderne Gesellschaft.


Hänsel und Gretel verliefen sich im Wald.

Es war so finster und auch so bitterkalt.

Sie kamen an ein Häuschen aus Pfefferkuchen fein.

Wer mag der Herr wohl von diesem Häuschen sein.


Es wurden einst von einem Hausmädchen zwei Geschwister durch den Park in die Schule geschickt. Das Hausmädchen wurde von den Eltern bezahlt, da diese sich gerne selbstverwirklichen wollten und somit keine Zeit für ihre Kinder hatten. Der ein oder andere würde jetzt an vernachlässigung denken, aber so darf man in Akademikerkreisen nicht sprechen. Also gingen besagte Geschwister durch den Park zu ihrem ersten Schultag. Sie standen mit ihren farbigen und mit Süßigkeiten gefüllten Schultüten vor dem Gebäude und lecken sich die schokoladenverschmierten Hände. Hans, mit dem Idialgewicht eines 9 Jährigen, im alter von 7 Jahren und Gretchen in Ihrer hautengen XL Leggins, die ihr mit 5 Jahren noch zu eng war, hatten ein Strahlen in den Augen. NOCH!


Hänsel war hungrig, stibitzt ein Stück vom Dach.

Und auch die Gretel macht es dem Bruder nach.

Es schmeckte gar so lecker, sie aßen immer mehr.

Plötzlich da knackt es und sie erschraken sehr.



Hans sah Gretchen an. Sie wusste genau was er wollte. Sie hatte seine Lieblingsschokolade in ihrer Schultüte. Ob es Absicht war oder ein Zufall weiß man nicht, aber das Hausmädchen hatte Hans nichts von dieser Schokolade eingepackt, die Eltern würden es wahrscheinlich mit Charakterbildung und Schulung des Durchsetzungsvermögungs rechtfertigen. Beide erschraken beim essen, als die Schuhlglocke ertönte.


Huhu, da schaut eine alte Hexe raus.

Sie lockt die Kinder ins Pfefferkuchenhaus.

Sie stellt sich gar freundlich, o Hänsel, welche Not,

sie will dich braten, im Ofen braun wie Brot.


"Guten Tag liebe Kinder, mein Name ist Frau XXX, ich bin eure Klassenlehrerin." Sie sprach mit einer freundlichen, monotonen Stimme. Sie machte den Eindruck, als ob sie subtil für einen Pflanzendünger halten würde und beim Betrachten kam einem der Gedanke, wieso die Esthetik der Gedanken, so gleichbedeutend der Optik sein muss. Ähnliche Gedanken, wie beim Blick ins Parlament.


Du alte Hexe, du bist ein böses Weib.

Frißt kleine Kinder nur so zum Zeitvertreib.

Wir stellen dir ne Falle dann ist's mit dir vorbei.

Das ist die Strafe für Kinderbraterei.


Ein Jahr später: Notenvergabe. Hans hat sich mitlerweile vom Sportuntericht befreien lassen und Gretchen hat sich erfolgreich auf ihr Geburtsgewicht zurückgehungert.


Doch als die Hexe zum Ofen schaut hinein,

ward sie gestoßen von unserm Gretelein.

Die Hexe musste braten, die Kinder geh'n nach Haus.

Nun ist das Märchen von Hänsel und Gretel aus.


Jahre später. Hans und Gretchen verlassen die Schule. Sie haben abgesehen von einer Bewertung ihrer Leistungsfähigkeit auch gleich, von sehr intensiv ausgebildeten Pädagogen, fachmännisch bewertete Beurteilungen über Ihre Soziale kompetentz und Integration erhalten. Das diese Bewertung ähnlich Sinnvoll ist wie ein Aschenbecher auf einem Motorrad und mit Fachwissen, welches stark an die Englischkenntnisse von Giudo Westerwelle erinnert, ausgeführt wurde, wird in guter alter Tradition solange verdrängt, bis sich nichtmal die Erschaffer dieses Bewertungsprinzips daran erinnern können. Beide gehen nun, mit dieser für ihr Leben kennzeichnenden Erkenntnis nach Hause. Aber was haben wir nun daraus gelernt? Das manche Gesetze schwachsinn sind? Das dem Beruf des Lehrers eine ordentlichen Ausbildung und Auswahl zur Verfügung stehen sollte und wir nicht alles von den Hecken und Zäunen einsammeln sollten was bis drei zählen kann, zur Unterweisung unserer Kinder? Mit Sicherheit ist all dieses richtig. Aber vorallem sollten wir lernen, dass Bewertungen und Zukunft nicht Sache der Politik oder der Vorschriften ist, sondern es ist alles Menschensache!

14.3.11 18:52

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